• Materialfluss Intralogistik



Klinkhammer Kommissionieranlagen

Stationskommissionieranlagen (Riegler, AKF, Winkler, ...) weisen oftmals die Möglichkeit auf, einen Kreislauf abzubilden. Der Sinn hierbei ist die Fehlertoleranz, d.h. Probleme durch zeitliches Verschieben einer Anforderung zu beheben. Hauptproblem hierbei sind Stausituationen in Bahnhöfen: es kann nicht ausgeschleust werden. Ein Loop gibt dem Behälter oder Karton die Möglichkeit, einen oder mehrere Versuche zu starten. In der Regel werden die Auftragsbehälter weitere Bahnhöfe anfahren, um die dortigen Entnahmen zu bearbeiten, und die überfüllte Station ans Ende des Transportwegs anhängen. Durch vorgegebene Kommissionierreihenfolgen können auch andere Konzepte gewählt werden. 

Kommissionier-Loop als Warteschleifenkonzept

Eine weitere Anwendung von Loop-Steuerungen ist die Warteschleife zur Ausschleusung. Ist kein automatischer Zusammenführungspuffer integriert, können mehrbehältrige Aufträge nicht gesammelt werden, bis der letzte fertig ist, um dann gemeinsam zum Versand gebracht zu werden. Ein Loop bietet die Möglichkeit, bereits fertige Behälter warten zu lassen, um nach Fertigstellung aller Behälter zeitnah ausgeschleust zu werden. Negativ an Kreisläufern ist der Verbrauch an Kapazität des Loops - ein kreisender Behälter führt zu einem immensen Leistungsverlust, den auch die beste Anlagensteuerung nicht ausgleichen kann. 

Ein einfaches Rechenbeispiel: Ein Loop mit 100 m Länge, Geschwindigkeit 0,5 m/s, Segmentlänge 700 mm, Behälterlänge 600 mm. Für den ungehinderten Transport wird zwischen zwei Behältern ein Segment freigehalten. Ohne Berücksichtigung von Eckumsetzern etc. (die in der Praxis äußerst wichtig sind, da meist langsamer) ergibt dies einen theoretischen Durchsatz von 1278 Behältern pro Stunde (71 Behälter fasst die Anlage; 18 Umläufe). Jeder Umlauf eines Behälters, der kreist, kostet einen Nicht-Kreislauf-Behälter, d.h. ein ständiger Kreisläufer kostet 18 produktive Behälter Durchsatz; seine Kosten sind 18mal so hoch, wie ohne Kreislauf. In der Praxis wird die Situation noch verschärft, da selbst die theoretischen Werte um ca. 25% niedriger ausfallen. 

Die Vermeidung steht somit weit oben auf einer To-Do-Liste beim Auftragsstart, der Zielkapazitäten berücksichtigt und dem entsprechend die Einlastung steuert. Als Puffermöglichkeit ist ein Loop so weit wie möglich zu vermeiden.

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